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Reflex statt Reflexion. Chancen und Risiken von Medienkritik in Echtzeit

Stefan Niggemeier

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Abstract

"Wenn die Sendung zu Ende ist, ist es für die Kritik fast schon zu spät. Einige Profis schaffen es, ihre Besprechung schon zu schreiben, während das Programm noch läuft, sodass ihr Text fast zeitgleich mit dessen Schluss online gehen kann. Aber auch dem normalen Fernsehkritiker bleiben für seinen Text heute bestenfalls noch wenige Stunden: Der Nachtdienst der Redaktion will ihn möglichst früh am Morgen online stellen, um die Chance zu erhöhen, im Wettrennen mit der Konkurrenz die meisten Klicks zu bekommen. Bei dieser Produktionsweise bleibt keine Zeit, noch einmal über das Gesehene zu schlafen – nicht im wörtlichen Sinne und nicht im bildlichen. Der Rezensent hat kaum eine Chance zur Reflexion. Dabei sind die Medien mit ihren rasant publizierten Online-Artikeln, egal wie sehr sie sich beeilen, ohnehin längst nicht mehr die ersten Fernsehkritiker: Im Netz, in den sozialen Medien und vor allem auf „Twitter“, wird das, was läuft, kommentiert, während es passiert. Es entsteht parallel zur Ausstrahlung ein vielstimmiger Begleitchor aus Ad-hoc-Urteilen, mal als Kakophonie, mal als gemeinschaftliche Welle aus Be- geisterung oder Empörung. Echtzeit-Kritik."

Schlagworte


Journalismus; Medien; Medienethik; Kritik; Reflexion; Fernsehen; Echtzeit-Kritik

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