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Claude Lanzmann: Das Grab des göttlichen Tauchers. Ausgewählte Texte. Aus dem Französischen von Erich Wolfgang Skwara

Raphael Rauch

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Abstract

Trotz seiner inzwischen 91 Jahre sorgt der französische Publizist und Regisseur Claude Lanzmann immer wieder für Schlagzeilen. Zuletzt im Sommer 2016, als er in Berlin im Kempinski-Hotel übernachtete und dabei feststellte, dass auf der Telefonliste zwar die Vorwahlen arabischer Staaten, nicht aber jene Israels stand. Als Begründung habe er zu hören bekommen: „Die Mehrheit unserer Kundschaft sind Araber, und sie haben verlangt, dass Israel gestrichen werde.“ Ein Politikum, das Lanzmann in Rage versetzte und gegen das er lautstark intervenierte – mit einem Gastbeitrag in der FAZ am 11. August 2016.

Wenn Lanzmann etwas gegen den Strich geht – was oft vorkommt – oder, deutlich gravierender, wenn er durch eine unangemessene Erinnerung an den Holocaust seine Gefühle, noch mehr aber das Gedenken an die sechs Millionen ermordeten Ju- den verletzt sieht, interveniert er publizistisch. So meint man Lanzmann zu kennen – und wird überrascht, mit welch‘ Vielfalt an Themen er sich auseinandergesetzt hat. „Das Grab des göttlichen Tauchers“ stellt eine Auswahl von 53 Artikeln dar, die Lanzmann im Laufe seines Lebens veröffentlichte. Der Titel des erstmals 2012 in Frankreich erschienenen Bandes geht auf ein Fresko in Paestum zurück, das einen nackten Mann zeigt, der ins Wasser köpft. Der Anblick des Freskos in Kampanien elekt- risierte Landsmann: „[...] es war, als spränge er endlos hinein in den Raum zwischen Leben und Tod“ (S. 12). 

Schlagworte


Literatur; Literaturrundschau; Rezension; Rezensionen; Landmann

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