Mediatisierung, Personalisierung, Skandalisierung. Eine Langzeitanalyse zeigt, wie die Kirche in den Jahren 2001 bis 2013 im Fernsehen dargestellt wurde

Christian Kolmer

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Abstract

Unter dem Begriff der Mediatisierung beschreibt die Kommunikationswissenschaft „die zunehmende Prägung von Kultur und Gesellschaft durch Medienkommunikation“ (Krotz 2008, S. 2). Diese Entwicklung wurde bislang vor allem mit Blick auf das politische System untersucht (vgl. Vowe 2006). Dabei beschreibt das Konzept der Mediatisierung eine Wechselwirkung zwischen den Arenen der Politik und des Mediensystems: Politische Akteure werden den Regeln des Mediensystems stärker unterworfen, indem zum Beispiel Entscheidungen in medienwirksamer Weise inszeniert werden, wie etwa beim Mitgliederentscheid zur Berufung des SPD-Kanzlerkandidaten im Jahr 2012. Politiker nutzen aber auch die Chancen der Kommunikation über die Massenmedien intensiver, um die Stimmung in der Bevölkerung zu beeinflussen und Unterstützung für eigene Positionen zu mobilisieren. Im Gegenzug wird die mediale Inszenierung von Politik ebenfalls wichtiger für die redaktionellen Strategien. Beispiele dafür sind die Schöpfung neuer Genres wie die „Sommer-Interviews“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens oder die Nutzung von Meinungsumfragen.

In gleicher Weise schreitet auch die Mediatisierung des organisierten religiösen Lebens voran. (...)

Schlagworte


Medien; Kommunikation; Kirche; Religion; Mediatisierung; Skandal; Langzeitanalyse; Studie

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