„Code as code can“. Warum die Online-Gesellschaft einer digitalen Staatsbürgerkunde bedarf

Autor/innen

  • Stephan Dreyer Universität Hamburg
  • Nele Heise Universität Hamburg
  • Katharina Johnsen Universität Hamburg

Schlagworte:

Medienethik, Ökonomie, Code, Algorithmen, Ethik, Software, Code Literacy, Digitalisierung

Abstract

Das Handeln und Verhalten von Menschen wird heute neben Märkten, Gesetzen und sozialen Normen auch von Software-Code gesteuert. Im Zeichen der Digitalisierung sind mehr und mehr Bestandteile unseres Alltagslebens in netz- und code-basierte Software ausgelagert. Code ist allgegenwärtig und wirkmächtig, zugleich aber auch nicht unmittelbar sichtbar: Er ist undurchschaubar, unantastbar und unterliegt Produktionslogiken, die sich der Kenntnis- und Einflussnahme der Nutzer und möglichen Rechenschaftspflichten entzieht. Damit unterscheidet sich Code als Steuerungsfaktor menschlichen Verhaltens grundsätzlich von rechtlichen und sozialen Normen. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag aus medienethischer Perspektive zum einen die Verantwortung der vergleichsweise autark handelnden Anbieter codebasierter Dienste mit Blick auf Fragen der Transparenz, Legitimation und Kontrolle derartiger Angebote. Zum anderen wird die Notwendigkeit einer digitalen Staatsbürgerkunde herausgestellt, die den Anwendern nicht nur Kenntnisse um die Funktionslogiken von Code im Sinne einer Code Literacy vermittelt, sondern (potenziell) auch zu einer informierten, kritischen sowie aktiv-gestaltenden Teilhabe an der digitalen Gesellschaft befähigt. 


English

“Code as code can” or: Why online society needs a digital “civic education”

Human behaviour and conduct are not only influenced by markets, law or social norms today, but also increasingly by software-code, programs and/or algorithms. In the light of increasing digitalization, ever more elements of our everyday life are being “outsourced”, integrated or implemented in network and code-based software. Computer code is ubiquitous and powerful albeit not directly perceivable: it is opaque, intangible and it follows a certain production based logic, which is beyond the users’ knowledge and influence, thus avoiding accountability obligations. Accordingly, the structuring effect of source code on human behaviour fundamentally differs from those of legal or social norms. In this context, the article discusses, on the one hand, the responsibilities of code providers – who work more or less autarchically – in relation to questions of transparency, legitimization, and control over such provided services and/or programs from a media ethical perspective. And, on the other hand, it stresses the necessity of a “digitale Staatsbürgerkunde“ (a digital “civic education”), that not only conveys the functional logic of code – in the literal sense of source code literacy – but also potentially enables an informed “digital citizenship” to assume a participatory role in critically and actively shaping a digital society. 


Autor/innen-Biografien

Stephan Dreyer, Universität Hamburg

Stephan Dreyer ist Mitarbeiter am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg und veranstalteten zusammen mit Nele Heise, Katharina Johnsen, Jan-Hinrik Schmidt und Sebastian Deterding im Rahmen der Netzkonferenz re:publica13 im Mai 2013 einen Workshop zum Thema „Code Literacy“. Das zugehörige Blog codeas- control.wordpress.com versammelt interdisziplinäre Perspektiven zu diesem Thema. 

Nele Heise, Universität Hamburg

Nele Heise ist Mitarbeiter am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg und veranstalteten zusammen mit Stephan Dreyer, Katharina Johnsen, Jan-Hinrik Schmidt und Sebastian Deterding im Rahmen der Netzkonferenz re:publica13 im Mai 2013 einen Workshop zum Thema „Code Literacy“. Das zugehörige Blog codeas- control.wordpress.com versammelt interdisziplinäre Perspektiven zu diesem Thema.

Katharina Johnsen, Universität Hamburg

Katharina Johnsen ist Mitarbeiter am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg und veranstalteten zusammen mit Stephan Dreyer, Nele Heise, Jan-Hinrik Schmidt und Sebastian Deterding im Rahmen der Netzkonferenz re:publica13 im Mai 2013 einen Workshop zum Thema „Code Literacy“. Das zugehörige Blog codeas- control.wordpress.com versammelt interdisziplinäre Perspektiven zu diesem Thema.

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Veröffentlicht

2014-01-01

Ausgabe

Rubrik

Medienethik