Brockhaus 3.0. Zum Wandel der klassischen Gatekeeper-Funktion

Christopher Koska

Volltext:

PDF

Abstract

2008 trennte sich das Bibliographische Institut von der „F.A. Brockhaus AG“. Die „Bertelsmann SE & Co. KGaA“ übernahm die Rechte an der Marke Brockhaus und übergab die verlegerische Verantwortung für die lexikalischen Inhalte dem konzerneigenen Verlag „wissenmedia“ in der „inmediaONE] GmbH“ (Brockhaus Wissensservice 2014). „Wegen mangelnder wirtschaftlicher Perspektive“ verkündete am 11. Juni 2013 auch die Geschäftsleitung der „inmediaONE] GmbH“ die schrittweise Schließung des Unternehmens und des zugehörigen Verlags „wissenmedia“ (Bertelsmann 2013). Das Medienecho hallte ein weiteres Mal homofon durch die Gazetten: „Der Brockhaus ist tot“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2014), „Brockhaus beerdigt seine Enzyklopädie“ (Handelsblatt 2009) oder „Brockhaus knickt vor Wikipedia und Google ein“ (Die Welt 2008). Der Journalist und Literaturkritiker Hellmuth Karasek fasste in seiner Kolumne für das „Hamburger Abendblatt“ zusammen: „Nun also stirbt auch der Brockhaus, das letzte deutsche Konversationslexikon, sperriges Wissen [...], dessen Lebenszeit verrinnt wie in einer analogen Sanduhr, dem Zeichen des Sterbens vor dem digitalen Zeitalter. Kein Wunder: In das fast federleichte Smartphone passt zentnerschweres Wissen, überall, wo Empfang ist, abrufbar“ (Hamburger Abendblatt 2013). (...)

Schlagworte


Medien; Ethik; Kommunikation; Publizistik; Brockhaus; Lexikon; Wissen;

Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks